SLA-Logo Niedersachen klar Logo

Modifikation von Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF)

Beträgt die Ackerfläche des Betriebes mehr als 15 ha, so müssen mindestens 5 % des Ackerlandes als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden. Das Ackerland des Betriebes, das bei der Prüfung der 15 ha Grenze berücksichtigt wird, ist das gesamte Ackerland des Betriebes, inklusive Landschaftselemente an oder auf Ackerflächen. Auch die Flächen, die die Mindestparzellengröße von 0,1 ha unterschreiten, werden mit eingerechnet. Weiter zählen Flächen mit Niederwald mit Kurzumtrieb, nachwachsende Rohstoffe (Durchwachsende Silphie, Miscanthus), Aufforstungsflächen und Feldrand-/Pufferstreifen auf Grünland, auf denen jeweils ökologische Vorrangflächen ausgewiesen werden zu dem Ackerland (Art. 46 Abs. 1 VO 1307/2013).

Die mit dem ursprünglichen Sammelantrag gemeldete gewichtete ÖVF kann durch einen Modifikationsantrag nicht vergrößert werden. Das Zurückziehen von gemeldeten ÖVF-Flächen ist jederzeit möglich.

Mit dem Modifikationsantrag können Sie bei dem Vorliegen von rechtfertigenden Gründen Änderungen bei ursprünglich gemeldeten ÖVF beantragen, in dem Sie Ihre Greeningverpflichtungen zu den ÖVF durch andere Flächen mit Zwischenfruchtanbau (052) als im Umweltinteresse genutzte Ersatzflächen melden. (Art. 14 Abs. 4 VO 809/2014 i.V.m. § 11 a Abs. 3 InVeKoSV).

Eine Fläche/ LE darf nur einmal pro Jahr als ÖVF angemeldet werden (Art. 45 Abs. 11 VO 639/2014).

Unzulässige ÖVF- Abgangsflächen sind unveränderbare ÖVF und können nicht modifiziert werden (§ 11 a InVeKoSV):

ÖVF-Fläche ÖVF-Code Faktor
Aufforstungsflächen 061 1,0
CC LE Feldgehölze; Feuchtgebiete; Fels-und Steinriegel; Feldraine; Fels- und Steinriegel 072/ 073/ 077/ 078 1,5
CC LE Hecken/Gehölzstreifen; Baumreihen 070/ 071 2,0
CC LE Lesesteinwälle 076 1,0
CC LE Einzelbäume 074 20 qm Baum,1,5

Zulässige ÖVF- Abgangsflächen dürfen (§ 11 a InVeKoSV) nur veränderbare ÖVF des Sammelantrages sein und können modifiziert werden:

ÖVF-Fläche

ÖVF-Code

Faktor

Zwischenfrucht (Art. 46 II i VO 1307/2013)

052

0,3

Untersaat (Art. 46 II i VO 1307/2013)

053

0,3

Leguminosen (Art. 46 II j VO 1307/2013)

060

1,0

Brachliegende Flächen (Art. 46 II a VO 1307/2013)

062

1,0

Puffer-/Feldrandstreifen (Art. 46 II d VO 1307/2013)

057/058

1,5

Waldrandstreifen (Art. 46 II f VO 1307/2013)

054

1,5

KUP (Art. 46 II g VO 1307/2013)

059

0,5

Miscanthus (Art. 46 II k VO 1307/2013)

063

0,7

Durchwachsene Silphie (Art. 46 II l VO 1307/2013)

064

0,7

Honigbrache Art. 46 II m VO 1307/2013 - einjährig und mehrjährig

065/066

1,5

Der Modifkationsantrag 2020 ist bei der zuständigen Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen spätestens bis zum 1. Oktober 2020 zu stellen. Maßgeblich für diesen Termin ist der Eingang des Datenbegleitscheines, der nach der elektronischen Antragsabgabe über ANDI erzeugt wird, bei der zuständigen Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachen. Der 1. Oktober eines Antragsjahres ist auch der späteste Termin für die Aussaat von ÖVF-Zwischenfrüchten.

Der Antrag gilt als genehmigt, wenn die zuständige Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachen nicht binnen zehn Arbeitstagen nach Eingang des Antrag den Antrag schriftlich ablehnt oder mitteilt, dass die Prüfung noch nicht abgeschlossen ist.

Beantragung des Modifikationsantrags

Der Modifikationsantrag 2020 ist bei dem Betriebssitzland Niedersachsen/Bremen mittels der Anwendung ANDI 2020 zu stellen. Es muss immer ein Grund für den Modifikationsantrag angegeben werden, da eine Änderung einer im Sammelantrag beantragten ÖVF nur bei rechtfertigenden Gründen möglich ist, z.B. Unvorhersehbare Witterungsbedingungen, Flächenumbruch aufgrund der Pflanzengesundheit etc.

Modifikationsantrag in der Übersicht   Bildrechte: SLA
In der Übersicht von ANDI kann der Modifikationsantrag angelegt werden.

Ihnen werden im Modifikationsantrag die von Ihnen im Sammelantrag 2020 beantragten bzw. durch aktuelle Änderungen bereits modifizierten ÖVF Flächen von Niedersachsen/Bremen angezeigt und auch nur die möglichen Ersatzflächen. Hier müssen Sie nur bei der entsprechenden Fläche auf Abgang bzw. Ersatz klicken.

Soll nicht der gesamte Teilschlag als Ersatzfläche für die ÖVF Zwischenfrucht genutzt werden, ist ein Zwischenschritt notwendig. Sie müssen zunächst über einen Änderungsantrag den Teilschlag in weitere Teilschläge aufteilen, wobei der eine Teilschlag genau die Größe der geplanten ÖVF-Zwischenfruchtfläche hat. Bearbeiten Sie diesen Teilschlag auf der Seite "Schläge und Teilschläge" in der Geometriebearbeitung.

Anschließend muss der Datenbegleitschein dieser Änderung an die zuständige Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen übersandt werden, damit die Änderung importiert werden kann. Erst wenn dieser Datenimport und die Neuberechnung erfolgt ist, wird der geteilte Teilschlag mit der benötigten Größe in ANDI angezeigt und dann können Sie diesen Teilschlag auch als Ersatzfläche mit einem Modifikationsantrag beantragen.

Ein Modifikationsantrag ist nicht zulässig, wenn die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Sie in Bezug auf die zu ändernde ÖVF-Fläche bereits auf

  • einen Verstoß im Sammelantrag hingewiesen (z. B. Anhörung Überlappung) oder
  • Sie von ihrer Absicht unterrichtet hat, eine Vor-Ort-Kontrolle durchzuführen oder
  • bei einer Vor-Ort-Kontrolle ein Verstoß festgestellt wurde.

Nach der elektronischen Abgabe des Modifikationsantrages wird Ihnen der Datenbegleitschein übermittelt. Dieser Datenbegleitschein weist in tabellarischer Form die Abgangs- und Ersatzflächen von Niedersachsen/Bremen aus.

Hinweis: Das Zurückziehen von gemeldeten ÖVF-Flächen ist jederzeit über einen Änderungsantrag möglich. Dieser kann formlos an die jeweilige Bewilligungsstelle eingereicht werden.

Modifikationsantrag Abfrage außerhalb NDS   Bildrechte: SLA
Wenn Sie diese Abfrage mit Nein beantworten, müssen Sie mindestens eine Ersatz- und Abgangsfläche angeben.
Modifikationsantrag Flächentabelle   Bildrechte: SLA
Geben Sie mindestens eine Abgangs- und Ersatzfläche an, indem Sie die Schaltflächen in der Spalte "Aktion" betätigen.
Modifikationsantrag Begründung   Bildrechte: SLA
Füllen Sie die Begründung zum Antrag aus.
Modifikationsantrag Allgemeine und besondere Erklärungen Bildrechte: SLA
Füllen Sie "Allgemeine und besondere Erklärungen" aus, dann wird die Schaltfläche "Antrag abgeben" aktiviert.
Hinweise für eine Modifikation von ÖVF in einem anderen Bundesland

Wenn Sie Ihren Direktzahlungsantrag in Niedersachsen/Bremen gestellt und mit diesem Antrag ÖVF gemeldet haben, die in einem anderen Bundesland liegen, so können Sie Änderungen zu diesen ÖVF auch mittels ANDI als Modifikationsantrag beantragen.

Sollten die Zugangs- oder Ersatzfläche in einem anderen Bundesland liegen, kreuzen Sie im Modifikationsantrag das entsprechende Feld an. Nach der elektronischen Abgabe wird ein Datenbegleitschein erzeugt. Auf diesem Datenbegleitschein tragen Sie die Zugangs- und /oder Ersatzflächen, die in einem anderen Bundesland liegen, handschriftlich ein. Die zuständige Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer wird Ihre Meldung an das zuständige Bundesland im Rahmen der Amtshilfe weiterleiten.

Wenn Sie ÖVF in einem anderen Bundesland nur Flächenanteile als Abgangs- oder Ersatzflächen beantragen wollen, reichen Sie bitte zusätzlich Betriebs-/Feldblockkarten auf denen die Lage der Abgangs- oder Ersatzflächen skizziert sind, mit dem Datenbegleitschein ein. In diesen Fällen ist es je nach Bundesland erforderlich, zunächst über das dortige Erfassungsmodul für Antragsänderungen eine Teilschlagbildung durchzuführen. In diesen Fällen sollten Sie sich mit dem jeweiligen Bundesland in Verbindung setzen.

Kompensation von ÖVF im Rahmen einer Vor-Ort-Kontrolle

Wird erst im Rahmen einer Vor-Ort-Kontrolle festgestellt, dass auf einer im Sammelantrag entsprechend beantragten Fläche keine ÖVF ist oder die Anforderungen nicht erfüllt sind, und rutscht der Betrieb dadurch unter den notwendigen Mindestprozentsatz an ÖVF, kann dieses durch potenzielle, nicht im Flächenverzeichnis entsprechend als ÖVF beantragte Flächen kompensiert werden. Die Flächen müssen zum Zeitpunkt der Vor-Ort-Kontrolle die ÖVF-Voraussetzungen bereits erfüllen. Der Landwirt muss dem Prüfer die Ersatzflächen unaufgefordert anzeigen. Auch in diesem Fall ist eine Erhöhung des beantragten prozentualen Anteils der ÖVF in keinem Fall zulässig.

Die Modifikation bis zum 1. Oktober ist der Kompensation im Rahmen der Vor-Ort-Kontrolle in jedem Fall vorzuziehen. Wird erst im Rahmen der Verwaltungskontrolle ein Wechsel der ÖVF bekannt, muss die beantragte ÖVF aberkannt werden und die tatsächlich erbrachte ÖVF kann nicht anerkannt werden. Dies ist nur im Rahmen der Modifikation oder Kompensation möglich.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln